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IMPRESSUM
 
 

LILY BECKER (1898-1981)

Gewerkschaftlerin für die Rechte der Frau

Lily Beckers spontane Rede auf dem Knuedler anlässlich der Demonstration um Teuerungszulage und Lebensmittelpreise vom 13. August 1919 ist der Beginn ihres lebenslangen politischen Engagements.

1898 geboren, engagiert sie sich sehr früh in der Arbeiterbewegung. 1919 tritt sie in die sozialistische Partei ein und wird dort engagierte Aktivistin. 1920 hängt sie den Beruf des "Ladenmädchens" an den Nagel und wird Sekretärin im Gewerkschaftsbüro. 1924 wird sie Sekretärin der Arbeiterkammer. Sie versucht, Frauen gewerkschaftlich zu organisieren. In der Zeitung "Der Proletarier" appelliert sie: "Aufgewacht! Kameradinnen! (...) Schwester, Du, die tagtäglich in der Fabrik in staubiger Atmosphäre schwere Arbeiten verrichten musst; Freundin, Du, die im luftlosen Kontor gekrümmt vor großen Büchern sitzest; Du, Kollegin, die im Atelier sich die Hände blutig sticht; Du, Kameradin, die um einen Hungerlohn den ganzen Monat hinter einem Ladentisch stehst; Ihr Alle, die Ihr Euch sorgt und müht, kommt zu uns, mit uns."
In den dreißiger Jahren gehört Lily Becker zu denen, die Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland unterstützen. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs emigriert sie mit ihrem Mann, Arbeitsminister Pierre Krier, nach London und in die USA.
Zur Einführung des Wahlrechts 1919 meint sie 1979 rückblickend: "De Fraë wor deemols alles wurscht. Si kruten d'Wahlrecht an de Schouss geschott fir d'Dynastie ze retten."