Ab 1. Juni im Cid und im Buchhandel erhältlich
Bereits 2001 hatte das Cid-femmes zusammen mit dem Casino d'Art Contemporain anlässlich ihrer Ausstellung "entre femmes" zu einem Rundtischgespräch eingeladen in dem Künstlerinnen Stellung zu (ihrer) feministischer/n Kunst, Weiblichkeit und der Darstellung der Frauen in der luxemburgischen Kunst nahmen.
Fast zehn Jahre später greift das Cid diese Fragen noch einmal auf - diesmal ausgehend vom Bild der Melusina, wie es im kollektiven Gedächtnis verankert ist. Die Sockelfundamente des Melusina-Bildes ins Wanken zu bringen, andere Blickwinkel aufzeigen und insbesondere dem unterrepräsentierten weiblichen und / oder feministischen Blick und Diskurs mehr Raum zu geben, sind primär Ziele dieses Buches, das Beiträge in deutscher und französischer Sprache enthält. Faszinierend sind für uns vor allem die feministischen Aspekte in der Deutung der melusinischen Geschichte.
Melusina, geheimnisvolle Mitbegründerin der Stadt Luxemburg - seit mindestens vier Jahrhunderten beflügelt sie die Fantasie von Geschichtswissenschaftlern, Schriftstellern, Theaterautoren, Opernlibrettisten, Komponisten und Künstlern. Der Blickwinkel ist dabei bis heute ausgesprochen männlich dominiert: Im kollektiven Bewusstsein dominiert die reizend brave Melusina, die, als sie von ihrem Mann verraten wird, stumm und kampflos verschwindet. Doch die Figur der Melusina ist nicht so einfach gestrickt, wie sie gerne in Luxemburg dargestellt wird. Will man sie « fangen », festlegen, entgleitet sie einem « wie ein Fisch ». Ihre Natur ist komplex, die Wasser, in denen sie sich bewegt, sind tief, die Aspekte ihrer Persönlichkeit vielfältig.
Um die Bilder von Melusina in Geisteswissenschaft, Literatur, Kunst und Alltag kritisch zu hinterfragen, hat das Cid-femmes namhafte Fachleute gewinnen können. Daneben bot eine ‚carte blanche‘ elf Schriftstellerinnen, Künstlerinnen, Komponistinnen aus Luxemburg die Gelegenheit, sich frei mit dem Thema Weiblichkeit auseinander zu setzen.
Im Zentrum steht die Fragestellung, ob und in welcher Form Weiblichkeit und Feminismus in der zeitgenössischen Kultur Themen sind. Wie wurden und werden Frauen in der luxemburgischen Kunst und im luxemburgischen Film dargestellt? Wie äußern sich Künstlerinnen und Schriftstellerinnen aus Luxemburg in ihren Werken zu ihrer eigenen Weiblichkeit? Wie steht es schließlich mit den luxemburgischen Feministinnen? Ist ihre Mission erfüllt, da ja - scheinbar - Frauen zu Beginn des 21. Jahrhundert in unserer Gesellschaft in allen Bereichen die gleichen Rechte wie Männer haben?
Not the girl you're looking for - Melusina rediscovered erscheint Anfang Juni und wird Sachartikel von Renée Wagener, Sonja Kmec, Françoise Poos, Ines Kurschat, Laura Kozlik, Bettina Heldenstein, Sarah Lippert, Viviane Thill, Ulrike Bail und Didier Damiani enthalten.
Die künstlerischen Beiträge stammen von Margret Steckel, Danielle Hoffelt, Michèle Thoma, Carine Krecké (Literatur) sowie Stina Fisch, Trixi Weis, Véronique Kolber, Elvire Bastendorff, Jeannine Unsen und Tessy Bauer.