Nach dem exzellenten Debut-Album „Rettet die Wale“ legt die
Österreicherin Gustav nun ihr zweites Album vor. Die bekennende
Feministin hat sich mittlerweile einen Namen als „Retterin des
Protestsongs“ gemacht und wird dem auch auf diesem Album gerecht. Hier
ein Auszug aus einer Rezension von Von Angie Portmann auf br-online…
"Da werden Knochen freigelegt / und wenn du nicht kooperierst / dann werden sie abgesägt."
Eva Jantschitsch aka Gustav kennt kein Erbarmen. Mit schonungslosen
Sätzen wie diesen torpediert sie gesellschaftliche Gleichgültigkeit und
Globalisierung.
Das neue Album von Gustav "Verlass die Stadt" ist
keine Wohlfühl-Platte, eher ein getarnter Sprengsatz. Im ersten Moment
lassen wir uns vielleicht noch vom allgemeinen Schönklang, den
verspielten Laptop-Beats und dem Blasorchester der Trachtenkapelle
Dürnstein ("Alles renkt sich ein") täuschen, doch sehr schnell wird
klar: Hinter der melodiösen, harmonischen Fassade lauern vernichtende
Einsichten. Knallharte Systemkritik, hübsch verpackt in elegante Töne
und Worte.
Schon das Titelstück "Verlass die Stadt" zeigt: Eva Jantschitsch geht
es hier nicht um eine romantische Flucht in die ländliche Idylle oder
blinden Eskapismus, ihre Stadt ist konkreter. So hat sie diesen Song
begonnen mit Blick auf die Unruhen in den Pariser Banlieues. Als
Reaktion auf die Stadt und ihre Architektur, besonders die der
Sozialbauten, die ihrer Meinung nach etwas Menschenfeindliches an sich
haben. Die Stadt ist ihr Symbol für das System, in dem wir leben und
dem wir nicht entkommen können.…
Barbara Morgenstern ist bei Monika Enterprise, dem Label von Gudrun Gut unter Vertrag. Gudrun Gut ist Mitbegründerin der Einstürzenden Neubauten, hat an der Entstehung der Berliner Technoszene aktiv teilgenommen und unterstützt sehr viele Frauen der Elektro-Pop Szene wie beispielsweise die Cobra Killers oder Musikerinnen, die sie auf den exzellenten Compilations 4 Women No Cry bekannt macht.
Pressestimmen zu Barbara Morgenstern:
W. Zwack in Stereo 12 / 08: "Auf eigenwillige, faszinierende
und manchmal spröde Weise verbindet die Keyboarderin aus
Hagen Elektronik und Pop."
Unnötig zu betonen, dass wir die neue 4 Women No Cry ebenfalls in unseren Regalen für Sie bereit halten–
…Leilas Cut-ups transzendieren Endneunziger-Trip Hop
in giftgrün und violett leuchtende geistige Bilder. Ihre Hexenküche
bedient sich in London wie Teheran, wuchert vom Orient zum Balkan und
wächst von dort ganz Zauberbohne bis über die Wolkengrenze hinaus.
Das Exterieur weiß die gebürtige Iranerin ebenfalls konzeptionell auszukleiden. Vom Titel, der an den Grimm-Schlager Dornröschen erinnert, bis hin zu Pressefotos mit abstruser Beehive-Frisur präsentiert sie sich konsequent als Freundin des Leitmotivs Magie.
Unterdessen steigt Leila mit schöner Regelmäßigkeit auf den interstellaren Hexenbesen, um die ständig sprießenden Poptriebe per Soundflut (distorted Gitarren, Bassdrum-Stomps und Breakbeats in Tropfsteinhöhle, Geisterschloss und Dschungeldickicht) zu ertränken.… (Quelle: laut.de)
Es gibt sie noch, die echten Freaks unter all den vermeintlichen. In
diesem Fall zwei Brooklyner Mädels. Busy Gangnes: Strickjäckchen,
halblange Grundschul-Streberinnenfrisur. Gleich daneben Melissa
Livaudais: blasse Haut, schwarze Brille mit Gläsern wie Kuchenteller.
Diese beiden, die in der Highschool bestimmt nicht zur rosa
Cheerleader-Party-Clique gehörten, schleudern den viel zu coolen New
Yorkern nun ein "Dance Mother" (das "Fucker" erlag wegen
US-Kompatibilität der Selbstzensur) entgegen und programmieren die
Musik der nahen Zukunft. Auf Gegenseitigkeit beruhendes Fantum
bescherte ihnen als Produzenten den TV-On-The-Radio-Kopf David Sitek,
mit dem sie - fragt man nach Geschwisterklängen - musikalisch in einer
Abstammungslinie liegen. Als Gastsänger dabei sind Shannon Funchess von
!!! und Kyp Malone auch von TV On The Radio. Genreübergreifendes
Inspiration-Ausleben, das nicht nur geil poppig ist, sondern auch noch
den Faktor Spannung bedient. Eine postmoderne Mischung aus Software-
und Vintage-Instrumenten.
Verdammt fett unterlegt mit einem HipHop-Sub-Bass, der bei einer schön
prolligen Autoanlage den Bürgersteig ehrfurchtsvoll erbeben lässt.
Highlights auf dieser Frickelplatte ohne Gefrickel sind das
monoton-monumentale "Devil Trident" oder "Chromes On It", das permanent
zwischen süß-naiv und streetwise-frech schwenkt. Der Rest ist auch
super!
(Quelle: www.intro.de)
Pauline Boudry und Linda Wölfel sind Rhythm King And Her Friends. Das
queere Duo lebt und arbeitet in Berlin und ist bekannt für seinen
persönlichen Stil, Popmelodien mit gesampelten Beats zu mixen und in
unterschiedlichen Sprachen wie Englisch, Französisch und Bulgarisch zu
singen. Sie benutzen verschiedene Synthesizer, Sampler, Gitarre, Bass
und Xylophon sowie seit neuestem auch echte Drums, um ihrem urbanen
Kommentar zu Subkultur, Arbeit und Liebe einen speziellen musikalischen
Ausdruck zu verleihen. Ihr erstes Album »I am Disco« veröffentlichten
sie 2004 bei Kitty-Yo, gefolgt von einigen EPs und Remixes und
Konzerten in ganz Europa. »The front of luxury« ist der Titel ihres
neuen Albums. Die Stücke vereinen tanzbare Elektronik mit
experimentellen und Beatanklängen - Songwriting wurde diesmal
großgeschrieben, und das erklärt auch die Vergleiche zu Bands wie
»Stereolab« oder »Luscious Jackson«. RKAHFs Musik hat sich in eine
harmonische Mischung aus Elektronik und Gitarreneinsatz entwickelt.
Was bedeutet der Titel? »We are the front of luxury« - Luxus ist
woanders. Du kannst ihn nicht im Laden kaufen. RKAHF zitieren einen
Slogan der italienischen ArbeiterInnenbewegung der 70er Jahre. Der
Luxus, von dem damals die Rede war, meint die Möglichkeit, das eigene
Leben selbst zu gestalten. Es ist die Vision von einem Ort, wo es
möglich ist, neue Wege des Zusammenarbeitens, -lebens und -liebens zu
schaffen. Desire is working like a factory!
(Quelle: wolfsmutter.com)
Es tut sich was in der Frauen-Rapszene! Insbesondere in Deutschland gibt es immer mehr Frauen, die diesem doch sehr männerdominierte Genre ihren Stempel aufsetzen.
Allen voran
Die Münchenerin Nina Sonnenberg legt unter dem Namen Fiva nun schon
ihr drittes Album vor. Auf Rotwild rappt sie über ihre unbändige Liebe
zur Musik, sie singt über "Lila", die Farbe der unbefriedigten
Weiblichkeit oder sympathisiert mit dem Uncoolen: „Kleinkunst“ erzählt
die rührende Geschichte der Underdogs Hackbrett-Schorsch, Melody-Mandy
und Piano-Joe, die abends gemeinsam als Amateurmusiker auf der Bühne
stehen…
Mittlerweile haben wir uns aus lauter begeisterung eine zweite Fiva-CD angeschafft: Kopfhörer können Sie ab sofort ebenfalls bei uns ausleihen!
Übrigens: Auf br3 moderiert sie alle zwei Wochen die Sendung „Fiva’s Reim auf die Welt“. Im Podcast zu hören unter:
http://www.br-online.de/
Pyranja: Laut & LeiseAnja Käckenmeiste, 1978 in Rostock geboren, nennt sich Pyranja, weil "sie auch gerne mal zubeisst". Sie "zieht nur ihr Ding durch", hat mittlerweile ihre dritte CD veröffentlicht und zudem ein eigenes Label, Pyranja Records, gegründet.