Birgit Jeschonneck: „Die Autorinnen dieser Mappe haben sich eines in
der Pädagogik der Primarstufe leider sehr vernachlässigten Themas
angenommen: der Arbeit von Komponistinnen in den letzten 1000 Jahren.
Von Hildegard von Bingen und Barbara Strozzi, von Ethel Smyth bis zur
zeitgenössischen luxemburgischen Komponistin Albena
Petrovic-Vratchanska reichen die Materialien und Unterrichtsvorschläge
für die klassen 1-6. Der integrative Ansatz ist dabei besonders
überzeugend; so wird nicht nur die jeweilige Komponistin vorgestellt,
sondern es finden sich auch vielfältige Informationen und Materialien
zum historischen Hintergrund allgemein und zum Leben von Frauen und
Musikerinnen in diesem historischen Kontext. So erfährt man z.B. im
Kapitel über Hildegard von Bingen etwas über Frauen im Kloster, de
Musik des Mittelalters, die Erfindung er Notenschrift und über
Spielfrauen; im Kapitel über Ethel Smyth gehen die Autorinnen dagegen
vertiefend auf das Frauenideal der Romantik und die
Suffragettenbewegung ein. Die Unterrichtsvorschläge zu den einzelnen
Kapiteln sind altersgerecht und verfolgen einen handlungsorientierten
Ansatz. Eine gelungene Publikation, die eine Lücke füllt!“
Gesa Finke (Auszug): „Obwohl sich die Gender Studies an Hochschulen und
Universitäten bereits etabliert haben und Gleichstellung bzw.
Gendermainstreaming ebenfalls seit geraumer Zeit als politische Ziele
Festgeschrieben sind, hat sich dies bisher Kaum auf die pädagogischen
Inhalte ausgewirkt: „Werke weiblicher Komponisten sind im
Musikunterricht wie im Musikleben leider immer noch mit weniger als 1 %
vertreten“, stellen die Autorinnen des Heftes Komponistinnen entdecken
fest [...] Dies wollen sie ändern und dafür konkrete
Unterrichtsmaterialien für die Klasse 1-6 anbieten. [...] Da die
Möglichkeiten von Komponistinnen eng an ihre gesellschaftliche Stellung
gebunden waren und sind, wird die jeweilige Komponistin in ihrem
Zeitkontext vorgestellt. Die Texte sind dabei kindgerecht
aufgearbeitet, so dass sie im Unterricht eingesetzt werden können. .
[...] Die Unterrichtsvorschläge folgen einem handlungsorientierten
Ansatz: Durch das Hören der Musikbeispiele sollen kreative Anregungen
gegeben werden wie etwa Bilder malen, Bühnenbilder entwerfen, zur Musik
eine Geschichte erfinden, Musik in Bewegung umsetzen oder mit
Alltagsmaterialien improvisieren. Abgedruckte Zeichnungen und Bilder
von Kindern deuten an, dass die eine oder andere Unterrichtseinheit
schon erfolgreich erprobt wurde. Stets steht die Frage, wie man in der
Musik Stimmungen und Gefühle ausdrücken kann, im Vordergrund. Sehr
schön knüpft die Reihe „von der Natur inspirierte Lieder“ von
luxemburgischen Komponistinnen an den Erfahrungshorizont von Kindern
an. Das Heft leitet zum sensiblen Umgang mit dem Thema Komponistinnen
an, und ebnet den Weg zu einem Unterricht, der die Werke von
Künstlerinnen selbstverständlich mit einbezieht und die Rolle von
frauen in der Geschichte thematisiert. Da es als Band 1 der reihe
Kinder entdecken Künstlerinnen veröffentlicht wurde, darf man gespannt
auf weitere anregende Materialien hoffen. [...]
Regina Himmelbauer: Nicht nur für Kinder gibt es Künstlerinnen zu
entdecken [...] Nachdem also viel Aufklärungsarbeit Not tut, kommt de
Reihe „Kinder entdecken Künstlerinnen“ des luxemburgischen
Unterrichtsministeriums gerade recht. Es ist eine Unterrichtsmappe für
LehrerInnen der Vor- und Primärschulen, die aber auch für
Musikinteressierte durchaus informativ ist. Beispielhaft werden anhand
ausgewählter Komponistinnen [...] unterschiedliche weibliche Lebenswege
im musikalischen Umfeld dargestellt und für den Unterricht anschaulich
aufbereitet. Dabei geht es nicht nur um weibliche Biografien, sondern
auch um Annäherung an die Musik. Eine inkludierte Cd enthält in
erfreulich qualitätsvollen Aufnahmen die vorgestellten Werke. [...]