Nachdem sich der Arbeitskreis in den ersten Sitzungen mit den
Begriffen Geschlecht, Gender und Sex theoretisch aufgewärmt hatte,
folgte im Frühsommer der Einstieg in die Theorie Judith Butlers.
Die US-amerikanische Professorin für Rhetorik und vergleichende Literaturwissenschaften hat mit ihrem Werk Das Unbehagen der Geschlechter (orig: Gender Trouble. Feminism and the subversion of identity, 1991)
eine Debatte eröffnet, die unter anderem darauf zielt, nicht nur die
kulturellen Geschlechterzuschreibungen (gender) in Frage zu stellen,
sondern auch die scheinbar „natürlichen“ körperlichen
Identitätskategorien (sex).
2009 ist in Deutschland der Sammelband Die Macht der Geschlechternormen
erschienen, der Aufsätze Judith Butlers vor allem aus den Jahren
2000-2004 enthält. Weil diese Texte die Debatten aufgreifen, die der
Veröffentlichung von „Gender Trouble“ folgten und diese vertiefen,
sollen sie als Grundlage für die nächsten dienen (Kopien werden zur
Verfügung stehen).
Der nächste Termin findet am Donnerstag, den 28. Januar um 18.30 Uhr statt.
Dr. Ulrike Bail moderiert den Arbeitskreis.
NeueinsteigerInnen können sich gerne einklinken!
Hier schon mal ein Video zum weiteren Aufwärmen:
Jetzt schon vormerken:
19. März: Konferenz Konstruktion von Geschlecht,
organisiert von Transgender Luxemburg
Eintägiger Tagung mit u.a. folgenden Programmpunkten:
Sexuelle Varianzen: eine Definitionsvielfalt (fr.; François Diderrich)
Gender trouble in paradise (Gender aus theologischer Perspektive) (de.; Priv.Doz. Dr. Ulrike Bail, Universität Bochum)
Konstruktion von Gender aus historischer Sicht (fr.; Dr. Sonja Kmec, Ass.-Prof. der Universität Luxembourg)
Konstrukltion der sozialen Rolle aus sozialpädagogischer Sicht (de.; Sandy Vitali, CIGALE)
Erfahrungen in der sozialpädagogischen Beratung (fr.; Roby Antony, CIGALE)
Viele Forderungen der Frauenbewegung werden nicht mehr auf der
Straße erkämpft, sondern in langwierigen Prozessen in
Parlamenten, Gremien, Gleichstellungsstellen, am Arbeitsplatz und in
den verschiedenen Bildungseinrichtungen verhandelt.
Die in den 90er Jahren entstandenen Begrifflichkeiten wie Gender Mainstreaming, Queer-politics, body politics oder Geschlechtervertrag
sind selbstverständlicher Bestandteil von Strategiepapieren geworden.
Die theoretischen Konzepte, aus denen heraus sie entstanden sind,
bleiben jedoch oft diffus.
Um nicht nur den Büchern durch Re-lektüre Bewegung zu verschaffen,
sondern auch um unseren Gedanken und politischen Strategien auf die
Sprünge zu helfen, startete das Cid-femmes den neuen Zyklus zur
feministischen Theorie.
Den Auftakt machte der Vortrag: Landkarten der feministischen Theorien seit den 70er Jahren.
Die Journalistin und Politologin Dr. Antje Schrupp
ist in ihrem Überblicksvortrag vor allem auf die sgn. dritte Welle
eingegangen und hat erklärt, worin die Unterschiede zwischen Amerika
und Deutschland bestehen. Auch Begriffe wie "weibliche Freiheit" und
"Post-Patriarchat" wurden diskutiert.
An diesem Abend und auch an den folgenden Terminen des Zyklus:
Feministische Theorie frisch aufgelegt, wird Dr. Ulrike Bail
(feministische Wissenschaftlerin, Privatdozentin) die Diskussion
moderieren.
Am 5. Februar traf sich im Cid-femmes eine bunt gemischte Gruppe von vierzehn TeilnehmerInnen zur gemeinsamen Lektüre des Textes Kultur der Zweigeschlechtlichkeit
von Anita Blastik.
Moderiert von Dr. Ulrike Bail wurde lebendig über
die vielfältigen Zusammenhänge zwischen Kultur und der Zuweisung von
Geschlecht diskutiert. Gibt es mehr als zwei Geschlechter, welche
bewussten und unbewussten Spielräume gibt es bei der Selbstdarstellung
von Mann- oder Frausein?