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>> 14e Conférence internationale des femmes ingénieures et scientifiques (2008)
>> 25 novembre Journée internationale pour l'élimination de la violence à l'égard des femmes
>> 25. November: Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
>> Assembléé générale du CNFL au Cid-femmes
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>> Des membres du comité CEDAW en visite au Cid
>> Die Koffer stehen zur Abreise im November 2009 bereit!
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>> Girls' Day - Boys' Day einsam auf weiter Flur (2008)
>> ILReS-Umfrage
>> L'activité professionnelle des couples au Luxembourg
>> les activités de Zonta International au Luxembourg
>> Les femmes à l'honneur!
>> Les femmes et la crise économique
>> Luxemburg hat seinen ersten Frauenstadtrundgang
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>> Offener Brief an die Gleichstellungsministerin
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>> Prix Anne Beffort für Annette Schwall-Lacroix
>> Prix Anne Beffort pour Josiane Kartheiser
>> Resumé rapport Péking +15 du LEF
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>> Stellungnahme zu den geplanten Tripartite Sparmaßnahmen
>> Und ICH… wie hätte ich gehandelt? (2.3.08)
>> Wahlen 2009
>> Walen 2004
>> Wat hun d'Parteien de Fraen ze bidden?
>> Wie rentabel sind Kindertagesstätten? (2.3.08)

BILANZ UND AUSSICHT

GD-BD 2008: Bilanz und Aussicht


Sandweiler (cb) Am 22. April fand der diesjährige Girls’ Day-Boys’ Day statt. Unter dem Motto „Deng Chance fir atypesch Beruffer kennen ze léieren“ konnten Mädchen zum 6. Mal und Jungen zum 3. Mal für das jeweilige Geschlecht atypische Berufe in der Praxis erleben. Was gibt es noch Neues zu berichten über ein Projekt, das inzwischen den Kinderschuhen entwachsen und fest verankert zu sein scheint?

Die gute Nachricht zuerst: der GD-BD 2008 hat reibungslos funktioniert und stellte sich – dank eines guten Medienechos – erneut erfolgreich dar. Die begeisterten Aussagen der Jugendlichen, die sich im Gästebuch auf der Internetseite des GD-BD verewigten, erfreuten die Koordinatorinnen des Projekts natürlich ganz besonders, und doch schwingen ein paar Molltöne mit:
Es gab in diesem Jahr keinen Zuwachs an Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu verzeichnen, denn mit ca. 700 Schülerinnen und Schülern stagniert die Zahl auf Vorjahresniveau. Damit nahmen, bezogen auf die SchülerInnenpopulation, für die der GD-BD zugeschnitten und angeboten wird, nur ca. 4% aller Schülerinnen und Schüler das Angebot des GD-BD in Anspruch.
Bei den Betrieben fällt die Bilanz ebenfalls gemischt aus: im Vergleich zum Vorjahr wurden mit 764 Plätzen etwas weniger Schnupperplätze angeboten. Mädchen standen mehr Plätze zur Verfügung, und sie nutzten das Angebot auch stärker als Jungen, wo knapp 40% der Schnupperplätze unbesetzt blieben. Insgesamt beteiligten sich 26 Betriebe mit Angeboten für Jungen, 42 Betriebe mit Angeboten für Mädchen und etwa 20 Gemeinde- und Stadtverwaltungen, die meistens jungen- und mädchenspezifische Angebote bereithielten. Dass das Engagement dieser Betriebe, Verwaltungen und Institutionen für den GD-BD hervorzuheben ist, zeigt der Vergleich mit dem „Tag der offenen Unternehmen“ , für den eine professionelle Agentur vor kurzem „nur“ 37 Unternehmen gewinnen konnte.
Auch wenn es eher die Ausnahme als die Regel ist, so stellen wir doch auch fest, dass es schwierig ist, Unternehmen als dauerhafte Partner zu gewinnen, wenn sie am GD-BD kaum motivierte oder schlecht vorbereitete Jugendliche empfangen müssen.

Anspruch und WirklichkeitSpillschoul

Auf den zweiten Blick bewegt sich das Projekt auf einer Gratwanderung zwischen Anspruch und Wirklichkeit:
Wenn die Teilnahme der Jugendlichen freiwillig sein soll, wird es ohne die umfassende Sensibilisierung in den Schulen bei einer sehr niedrigen TeilnehmerInnenquote bleiben. Wird die Teilnahme jedoch obligatorisch und findet nicht gleichzeitig eine korrekte Vor- und Nachbereitung des Projekts in den Schulen statt, riskiert die Motivation der Jugendlichen stark zu schwanken und Unzufriedenheit auch bei den Betrieben hervorzurufen. Außerdem müssen bedeutend mehr Schnupperplätze angeboten werden, die natürlich einem gewissen Qualitätsanspruch genügen müssen.
Ohne die Mitarbeit der Schulen ist das Projekt nicht durchzuführen. Schule beinhaltet alle Akteure: SPOS, Schulleitungen, KlassenlehrerInnen, OrientierungslehrerInnen. Vom Unterrichtsministerium wird dem GD-BD versichert, eine wichtige und gute Inititative zu sein. Trotzdem ziehen längst nicht alle Schulen im gleichen Maße mit und somit haben nicht alle Jugendlichen die gleichen Chancen, am GD-BD teilnehmen zu können.
Die aktuelle Form, Angebot und Nachfrage von Schnupperplätzen zentral zu verwalten, riskiert an ihre Grenzen zu stoßen. Um einen größeren Zuwachs zu realisieren, müssen Jugendliche selbst, ihre Eltern und natürlich auch die Schulen zusätzliche Anstrengungen unternehmen, in Eigenregie Schnupperplätze zu suchen und sich selbst für den Ablauf des GD-BD verantwortlich zu fühlen.
Der GD-BD sollte komplementär sein zu anderen Aktivitäten der Berufsorientierung. Das verlangt eine Abstimmung und einen Austausch mit anderen Aktivitäten. Ansonsten ist das Risiko gegeben, sich in einer Vielzahl von Aktionen und Pilotprojekten zu verzetteln, die sich gegenseitig Konkurrenz machen, anstatt sinnvolle Synergien zu nutzen.

Pilotprojekt mit Zukunft?

leudelangeNach mehreren Jahren hat der GD-BD die Pilotphase hinter sich gelassen. Dank der Förderung durch den Europäischen Sozialfonds konnte während vier Jahren ein relativ performantes Projekt aufgebaut werden, das laut Aussagen der Ministerin Delvaux von der Regierung als wichtig und fortsetzungswürdig bewertet wird. Kurzfristig, d.h. für 2009, ist der GD-BD auch abgesichert und wir werden ihn in der gewohnten Form und Qualität Ende April 2009 wieder anbieten.

Mittelfristig soll jedoch eine andere Lösung gefunden werden, um die im Cid-femmes durch den GD-BD gebundenen Ressourcen für andere, neue Projekte frei zu stellen. Jedoch ist es uns ein Anliegen aktiv daran mitzuarbeiten, dass der GD-BD auch nach 2009 funktionieren wird. Dies bedeutet, die wesentlichen, bewährten Charakteristika des Projekts zurückzubehalten oder in andere Aktivitäten zu integrieren. Dabei handelt es sich um folgende Aspekte:
- das Kennen lernen so genannter atypischer Berufe
- die Durchführung in geschlechtshomogenen Gruppen
- die freiwillige Teilnahme
- die praktische Ausrichtung in der realen Arbeitswelt.

Zurzeit erhalten wir Rückmeldungen von Betrieben, die sich am GD-BD beteiligt haben und zur Zukunft des Projekts befragt wurden. Es scheint, dass seitens der Arbeitswelt ein Interesse daran besteht, an der Diskussion zur Weiterführung des Projekts teilzunehmen. Der Ball liegt jetzt im Unterrichtsministerium, wo nicht nur mündlichen Zusagen ausreichen, sondern bis Ende 2008 konkrete Vorschläge gemacht werden müssen, wie ein bewährtes Pilotprojekt – das übrigens während 6 Jahren mit öffentlichen Mitteln durchgeführt wurde – dauerhaft und flächendeckend umgesetzt werden kann. Dass dieser Wunsch bei den Schülerinnen und Schülern besteht, belegen ihre Aussagen im Anschluss an den GD-BD eindeutig!


Die berufliche Orientierung zu verbessern und dabei die Bedürfnisse und Ansprüche von Mädchen und Jungen, Frauen und Männern zu berücksichtigen, muss im Interesse der Gesellschaft aber auch im Hinblick auf die Bedeutung der Arbeit für das Lebensprojekt der einzelnen Person dringend gewährleistet sein.