(ke) Bis zum Schluss beweglich! Die letzte Nummer, Nr. 69 (!), der
Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis mit Schwerpunktthema
„Arenen der Weiblichkeit. Frauen, Körper, Sport“ ist soeben erschienen
und liefert viel Diskussionsstoff: Es geht allgemein um
Geschlechterkonstruktionen im Sport und im speziellen um
Machtverhältnisse in Sportgremien, um das Frauenbild im
Nationalsozialismus am Beispiel der „Leibeserziehung“, um den
Fitness-Wahn, um medial vermittelte Körperbilder von
Spitzensportlerinnen und um Schulsport.
Seit 30 Jahren hat ein ehrenamtliches Redaktionsteam, dem Titel treu,
das Futter für hungrige Wissenschaftlerinnen und feministische
Praktikerinnen geliefert. Die Bandbreite war enorm. Feministische
Perspektiven auf Bevölkerungspolitik, Entwicklungshilfe und
internationale Frauensolidarität, auf Politik, Wirtschaft und Arbeit,
Technik und Naturwissenschaften, Geschichte und Pädagogik, Kunst und
Architektur, Körper und Rassismus, Gewalt und Krieg. Zu den
wesentlichen Diskussionen der Frauenbewegung hatten die Beiträge als
älteste wissenschaftliche feministische Zeitschrift in Deutschland
immer etwas zu sagen und anzuregen. Als Produkt der autonomen
Frauenbewegung und daher unabhängig von Parteien, Gewerkschaften oder
der Kirche, war sie ein hervorragendes Reflexionsmedium.
Das Ende kommt wegen zu hoher Produktionskosten und nicht genügend
Abonnements. Schade, wir hätten die Beiträge noch gebrauchen können.
Sie wird uns fehlen!
Ein Dank an die langjährigen Redakteurinnen!
Im Cid-femmes finden sie alle Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis ab 1983 (Heft 9/10).
(cb) Ganz schlicht: männer|zeitung. Sie erscheint in der Schweiz
seit dem 1. März 2001 vierteljährlich in einer Auflage von 4000
Exemplaren und liegt seit Anfang 2007 auch im Zeitschriftenregal des
Cid-femmes – in trauter Zweisamkeit mit einer weiteren
Männerzeitschrift, der aus Deutschland stammenden „Switchboard“.
Ursprünglich aus der Berner Männerbewegung MUMM stammend, setzt sich
die Männerzeitung – laut Selbstdarstellung – zum Ziel, „männliche
Lebenswirklichkeiten ungeschminkt abzubilden“ und „den Mythos
Männlichkeit zu durchleuchten“.
Die Themenwahl ist vielfältig: Männergesundheit, Sexualität,
Partnerschaft und Liebe, Väter, Berufstätige und Macher etc. bis hin zu
mehr esoterisch-spirituell angehauchten Themen wie Religion, Geld und
Macht. Um die 56 Seiten bieten Platz, ein Thema aus vielen Blickwinkeln
zu betrachten.
Ein Leserbrief in der letzten Ausgabe mahnt interessanterweise an, bei
allem Verständnis für den „modernen Mann“ die Politisierung der
Männerthemen nicht aus den Augen zu verlieren. Wenn die Männerzeitung
vielleicht auch selbst weniger politisiert als in ihren Anfängen, so
unterstützt sie doch tatkräftig männerpolitische Projekte wie jüngst
den ersten Schweizer Vätertag, der die Einbeziehung der Väter in die
Familienpolitik fordert.
Die Printausgabe ist ansprechend gestaltet und wird durch schöne Schwarz-Weiß-Fotos aufgewertet. Unter www.maennerzeitung.ch stehen alle bereits erschienenen Artikel auch als Download kostenlos im Internet bereit.
Doch warum nicht in den Cid-femmes kommen und bei einer Tasse Kaffee in
der aktuellen Printausgabe blättern? Ein moderner Mann traut sich doch
allemal in eine Frauenbibliothek, die auch Männerthemen Beachtung
schenkt!