Facebook - CidFemmes - you can join us on facebook now...
 


IMPRESSUM
 
 

HISTOIRE, TRAVAIL, SCIENCES / GESCHICHTE, ARBEIT, UMWELT, NATURWISSENSCHAFT & TECHNIK

 

Frauen in der Antike
Elke Hartmann

(ke) Wenn wir den Blick auf Lebenswelten griechischer und römischer Frauen der Antike richten, können wir nicht hoffen, Wahrheit zu rekonstruieren. Neben archäologischen Funden besteht der Hauptteil der Überlieferung aus Texten, die von Männern geschrieben wurden, von Historikern, Rechtsgelehrten, Literaten und auch Philosophen. Diese wollten nicht das Spektrum weiblicher Lebensrealitäten schildern, sondern mit ihren Schriften Rechts- und Tugendvorstellungen vermitteln. Ihre Berichte prägen unsere Wahrnehmung der Antike bis heute.
Die Berliner Historikerin Elke Hartmann legt mit Frauen in der Antike eine Quellenanalyse vor, die den Inhalt der Überlieferung zu den antiken Autoren und ihren Anliegen in Beziehung setzt. Anhand ausgewählter Beispiele historischer (z. B. Sappho, Arsinoë und Theodora) wie literarischer Frauenfiguren (z. B. Penelope, Medea) macht sie sichtbar, welche Funktion die jeweilige Beschreibung hatte, und was sich zwischen den Zeilen als Hinweis auf weibliche Lebensrealität herauslesen lässt. Dabei geht es um Ehe und Haushalt, um Handlungsspielräume, Tugendvorstellungen und die Rolle der Marginalisierten (Sklavinnen, Hetären, ....). Jenseits der feministischen Perspektive, die in diesem Zusammenhang fragt, ob Frauen (und auch Männer) sich in der Antike entfalten konnten, beschreibt Hartmann die gesellschaftlich vorgegebenen Rollen. Schon hier wird sichtbar, was später von der Kirche als Zweiteilung der möglichen Frauenrollen zwischen Heiliger oder Hure propagiert wird. In der Antike ist es der Gegensatz Ehefrau oder Prostituierte.
Entweder – oder, für Zwischenräume scheint schon damals wenig Platz gewesen zu sein.
(C. H. Beck 2007, 276 Seiten)