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In Bewegung bleiben. 100 Jahre Politik, Kultur und Geschichte von Lesben
Gabriele Dennert, Christiane Leidinger, Franziska Rauchut. (Hrsg.)
(ke) Viel Bewegung zum Blättern und Forschen zwischen zwei Buchdeckeln:
Ähnlich vielfältig wie die Lesbenbewegung(en) selbst, zeigt sich der
450 starke Band, der mit rund 100 Beiträgen Geschichte, Alltag, Kultur
und politische Aktionsformen von lesbischen Frauen in Deutschland
dokumentiert und analysiert. Einleitend beleuchten zwei historische
Rückblicke die Zeit vom Kaiserreich bis zum Ende des Zweiten
Weltkrieges und die Nachkriegsjahre. Ab den 70er Jahren geht es –
aufgrund der immer größeren Materialfülle – in kleineren Schritten
weiter: Der Band beschreibt das Verhältnis von Lesben- und
Frauenbewegung, schildert mit vielen Photos, Flugblättern und O-Tönen
das Anwachsen der Lesbenszene, die Bedeutung eigener Treffpunkte und
lesbischer Publikationen sowie die Auseinandersetzung mit den
bürgerlichen Medien. Musik, Film, Literatur & Kunst, Liebe &
Sexualität, Alltag, Politik & Theorie werden aus verschiedenen
Perspektiven thematisiert und auch die heißen Eisen, wie Diskussionen
um Gewalt, Rassismus und repressive Körperbilder werden nicht unter den
Tisch gekehrt. Sichtbar wird eine ganz und gar nicht homogene Bewegung,
reich an interessanten Frauen und kreativen Aktionsformen.
(Querverlag 2007, 456 Seiten)
Re-lektüre ist angesagt. Im Cid-femmes finden Sie die Klassiker ebenso
wie neue biographische und theoretische Analysen, beispielsweise
Insgesamt stehen im Cid-femmes knapp 50 Bücher zum „Universum Beauvoir“.
(cfr) „Die Antifeministen kann man einteilen in
Altgläubige, Herrenrechtler, praktische Egoisten und Ritter der mater
dolorosa“ sagt Hedwig Dohm (1831-1919)
Sie war eine scharfsinnige, rhetorisch brillante, hochkultivierte
Feministin und Pazifistin, dazu Mutter von fünf Kindern und Großmutter
von Katja Mann. Über ihren Mann Ernst Dohm hat sie wohlerzogen
geschwiegen. Hedwig Dohm hat ihren festen Platz unter den Leitfiguren
des deutschen Feminismus, doch war ihr umfangreiches essayistisches und
literarisches Werk lang Zeit vergriffen. Zum Jubiläum ihres 175.
Geburtstages hat nun der trafo Verlag eine kommentierte Edition ihres
Gesamtwerkes begonnen. Natürlich sind die themengebundenen
Kampfschriften (etwa zum Wahlrecht, zur Frauenarbeit, zum Recht auf
Bildung) von vorwiegend historischem Interesse, doch überraschen Hedwig
Dohms Texte immer wieder mit funkelnder Ironie und durchaus modern
anmutenden präzisen Formulierungen. Auch als Rezensentin, Literatur-
und Gesellschaftskritikerin pflegte sie einen geschliffenen polemischen
Stil, der manchmal an die großen kritischen Feuilletonisten (Kraus,
Kerr, Polgar) erinnert. Befremdend wirkt bei der Lektüre allerdings der
ständige selbstverständliche Gebrauch des damals üblichen
versachlichenden Sammelbegriffs „das Weib“. Hier zeigt sich wieder,
dass es auch engagierten, klugen Menschen nicht immer gelingt,
tradierte Sprach- und Denkmuster zu durchschauen – und die
Notwendigkeit einer feministischen Sprachkritik.
(trafo 2006, 317 Seiten)
Futter für politische Debatten - Thema Prostitution – Mehr als 20 Neuanschaffungen
(ke) Aktuell zu den auch in Luxemburg geführten Diskussionen über
neue Regelungen zur Prostitution haben wir mehr als zwanzig aktuelle
Titel zum Thema angeschafft. Die Bücher beschreiben die Lebenssituation
der Prostituierten, untersuchen das Profil der Klienten (Motivation,
gesellschaftlicher Hintergrund, etc.). Sie behandeln die
Arbeitsbedingungen und die rechtliche Situation in verschiedenen
Ländern. Einzelne Titel richten das Augenmerk auf die besondere
Funktion von Prostitution in Kriegszeiten und beleuchten aktuelle
Entwicklungen des Frauenhandels. Schließlich werden verschiedene
politische Strategien zum politischen Umgang mit Prostitution
vorgestellt.